Jung & Landwirtin

Jung & Landwirtin

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00:00:03: Junge und Landwirtin, der Agrarpodcast

00:00:06: von Maya

00:00:06: Mokvitz.

00:00:09: Hallo ihr lieben Menschen!

00:00:11: Und wie schön dass ihr alle wieder eingeschaltet habt zu einer neuen Jung-und-Landwirtentfolge.

00:00:15: Ich bin heute nach Immensen gefahren und bin auch erst mal direkt am Hof vorbeigefahren.

00:00:20: dabei habe ich das schon tausendmal auf Instagram gesehen und verfolge den Hof sehr gerne auf den sozialen Medien denn er wird geführt von Elise Köhler und ich darf sie hier heute mit euch gemeinsam ein bisschen genauer kennenlernen.

00:00:34: Und ihr seid es ja gewöhnt, es wird auch im Titel wahrscheinlich schon stehen, dass ich immer ein ganz spezifisches Thema habe.

00:00:40: Heute hab' ich mir gedacht – Ich finde das generell immer spannend!

00:00:44: Wie ist so der Lebensweg?

00:00:45: Wie wird man Landwirtin?

00:00:47: Wie entscheidet man sich dafür und wie fängt man zu Hause an?

00:00:50: Welche eigenen Fußstapfen geht man?

00:00:53: Was bleibt?

00:00:53: vielleicht Traditionen und wo traut man sich vielleicht was Neues zu wagen?

00:00:57: Eine Tradition vielleicht auch mal zu brechen... Und ich weiß, dass Elisa einen spannenden Lebensweg hatte.

00:01:03: Viele leben davor bevor sie jetzt hier gelandet ist und ich würde mich freuen wenn wir da jetzt mal gemeinsam ein bisschen mehr erfahren.

00:01:10: wie immer möchte ich mich ganz kurz selber vorstellen.

00:01:13: mein Name ist Maja Mokwitz.

00:01:15: Ich selbst bin auch Landwirtin komme von einem konventionellem Ackerbaubetrieb habe Landwirtschaft auch studiert und mache diesen Podcast.

00:01:22: ich habe gestern die mitteilung von meiner Plattform bekommen.

00:01:25: sieben Jahre Äh, wie geht das?

00:01:29: Mittlerweile habe ich auch einen zweiten Podcast.

00:01:31: Der heißt Dreiundsechzig Hektar mit dem NDR zusammen und da ist es immer Ziel sich auf Augenhöhe zu begegnen!

00:01:39: Ich spreche damit einem Steter mit Kuhlage falls ihr da auch mal rein hören wollt den findet ihr in der ARD Sound App heisst nicht mehr ARD Audiothek.

00:01:48: So und wie immer möchte ich gern mit meinen drei Einstiegsfragen starten.

00:01:52: Und bei Elise möchte ich gerne wissen du kannst ja gerne daraus kurz oder lang antworten Was ist das positive daran, Jungchefin zu werden?

00:02:02: Gleich eine krasse Frage.

00:02:04: Ich glaube man ist sehr flexibel noch im Kopf weil man natürlich noch so ein bisschen am Anfang steht und sich auch noch ausprobiert in vielen Sachen.

00:02:14: Man hat... die Möglichkeit auch mit jungen Leuten noch so ein bisschen den Bezug zu halten.

00:02:18: Also gerade nicht jetzt, wo ich die Azubis sehe, soweit ist man ja dann nicht auseinander... Ja!

00:02:22: Da ist man... Mit dem

00:02:23: Missgefühlt.

00:02:24: Also irgendwie am Ende schon wenn ich immer sehe zehn Jahre sind es dann doch über mindestens ne?

00:02:28: Aber

00:02:28: ich fühle mich natürlich ja noch viel junger und da behält man glaube ich so'n bisschen aber den Bezug zu.

00:02:35: Und man hat natürlich sehr viele Möglichkeiten sich auch zu entwickeln.

00:02:37: also man hat ja einen längeren Zeitraum auch Chef zu sein und vielleicht auch eben sich selbst weiterzuentwickeln.

00:02:43: von daher Ich find's super.

00:02:46: Dein größtes Learning innerhalb deiner ersten Betriebsjahre oder deines ersten Betriebes, ja?

00:02:54: Das ist natürlich extrem schwierig das jetzt auch eins zu beschränken, weil bei mir war... Da war nur Action und was los!

00:03:03: Ich glaube vielleicht ich versuch so in einem Punkt sich nicht auf andere Leute zu verlassen, sondern wirklich ein bisschen bei sich selbst zu sein.

00:03:15: Also Rat einholen und im Endeffekt auch überall nachfragen.

00:03:19: Und wenn man sich irgendwo nicht sicher ist noch mal einmal mehr was nachlesen oder eben auch nochmal um Rat bitten aber am Ende trotzdem auch bei sich selber zu bleiben und sich auch nicht reinreden zu lassen und dann den eigenen Weg zu gehen weil es ja mein Weg am Ende und sich auf andere Leute nicht zu verlassen weil man wird sonst nur enttäuscht.

00:03:40: Das lassen wir jetzt hier mal so stehen.

00:03:43: Wenn du auf dein Aufwachsen hier schaust, Kindheit und Teenageralter vor allem lieber Dorf oder wenn du es selbst entscheiden könntest dann doch lieber statt?

00:03:54: Im Nachhinein bin ich froh dass ich im Dorf aufgewachsen bin Aber ich fand es auch zu der Zeit sogar als Teenager total uncool, weil man hatte so verweite Fahrtwege.

00:04:03: Und ich hatte viele Hobbys schon immer und ich musste halt immer gefahren werden oder mal muss ja eben gucken wie die Busanbindung ist und die war halt hier auf dem Dorf immer ziemlich schlecht.

00:04:11: Deswegen ist glaube ich so ein bisschen Stadtanbindungen oder Kleinstadt zumindest vielleicht schon ganz cool wenn man dann in so einem Teenialter ist.

00:04:19: aber wie gesagt im Nachhinein betrachtet was natürlich total schön auf den Dorf und Ich bin jetzt auch total froh wieder aufm Dorf zu sein also mir fehlt dieses.

00:04:26: Das richtige Großstadtleben fehlt mir gar nicht.

00:04:28: Witzig ist bei mir genauso, aber da wo ich aufgewachsen bin in Dittac, das ist ja so fünfzehn Kilometer vom Hannover Hauptbahnhof entfernt.

00:04:37: Ich war da nicht mehr nicht?

00:04:38: Nee.

00:04:38: und vor allem nachts wenn du mit dem Taxi zurückfährst und keinen Berufsverkehr ist, hätte ich mir das Gefühl, ich bin in der Viertelstunde zu Hause.

00:04:43: Na

00:04:44: okay!

00:04:45: Aber ich hatte schon auch so ein Bilderbuch Dorfzeit weil ich musste immer...wenn ich feiern war, gefühlt fünf Stunden beim Neckis warten bis die erste Nachtbus wieder nach Hause gefahren ist.

00:04:56: Also ich erinnere, da haben wir lange Abende bei Meckersburg.

00:04:59: Geht man dann hier feiern?

00:05:01: Wenn man so

00:05:02: Party- ... Hannover, ne?

00:05:04: In der Jugend ist vielleicht noch ein bisschen diese Abi-Partyzeit.

00:05:07: Die hatte man in dem nächsten in der nächsten Kleinstadt aber ansonsten ziemlich früh nach Hannover und ich war ja auch ein wildes Luder damals!

00:05:15: Dann hab ich schon immer sehr, sehr früh mit vielleicht anderen Ausweisen feiern.

00:05:20: Ja,

00:05:21: lässlich.

00:05:22: Okay, fangen wir mal an.

00:05:23: Ich möchte, dass du dich gleich selber verstellst vorher noch eine Einstiegsfrage von mir, weil ich fand das so witzig.

00:05:29: Wir haben uns ja kennengelernt.

00:05:30: Ich sag mal durch eine jungen Landwirtatur nach

00:05:34: Berlin

00:05:35: und ich bin dann irgendwann zu dir gedackelt und habe gesagt... Und?

00:05:40: Ich hab irgendwie so ne Einstiegsfrage gesucht und hab es dir gesagt... ...und wie bist du mit der Landwirtschaft verbunden?

00:05:46: Du hast gesagt... Ja!

00:05:47: Dann du hast gesagt, man sieht gar nicht an dass ich landwirtin bin

00:05:50: oder?!

00:05:50: Das hat mich irgendwie total sympathisch, weil die hatte mich dabei ertappt dass ich erst mal so antaste und gucke, wann du bist auch Landwirtin.

00:05:58: Warum würdest du sagen, siehst du nicht aus wie eine Landwirte?

00:06:00: Er ist eigentlich so doof, ne?

00:06:02: Wie sieht denn ein Landwird aus?

00:06:03: Das ist das, was ich dann frage.

00:06:05: Ich werd oft angesprochen mit ja, du siehst gar nicht aus, wie eine landwirte oder wie ein Landwirtaut.

00:06:10: Dann frag ich halt immer, wie sieht man den dann aus?

00:06:13: Und dieses Klischeebild, was man vielleicht doch vor Augen hat, dass es erstmal eine männliche Person sein soll Jeans und dann hier diesen Timberland, diesen Bootschuhn.

00:06:24: Das ist ja so das Klischeebild, wo viele wirklich immer noch rumlaufen.

00:06:28: Aber es ist ja Quatsch!

00:06:30: Es gibt mittlerweile auch so viele junge Leute vor allem unsere Generationen jetzt die einfach total modern aussehen und halt so diesen Bauern-Scharme wie gesagt Karohemd und Bootschuhe nicht so leben.

00:06:42: Und es ist auch völlig

00:06:43: egal.

00:06:43: Ja

00:06:44: aber es ist lustig dass du das sagst weil hätte ich nicht mehr gewusst, denn es war echt eine schwierige Zeit damals.

00:06:49: für mich muss ich sagen Das ist bei mir so vorbeigerauscht.

00:06:52: Ich hab diese Berlin-Zeit auch gar nicht richtig genießen können, weil es war echt ... ich fand's sehr bedruckend damals.

00:06:59: Aber ich hätte das nicht mehr gewusst, wie du mich angesprochen hast?

00:07:02: Ja, kam drauf, weil wenn ich auf Bühnen bin, dann werd ich manchmal anmoderiert.

00:07:07: Wenn ich als Podiumsteilnehmerin bin als Landwirtin und dann wurde ich noch nicht mal anmodereert mit ja, dass ist Marja, sie isst Landwürttel, auch wenn sie nicht so aussieht!

00:07:14: Und da ist mir das irgendwie bei dir aufgefallen.

00:07:17: Ich merke auch manchmal Dass ich wirklich so vor meinem Kleiderschwang stehe und denke, okay.

00:07:21: Ich bin heute auf der Bühne.

00:07:23: Ich möchte irgendwie ernst genommen werden.

00:07:25: Wie kann nicht drüber sein?

00:07:26: Damit mich trotzdem noch das Ländliche ansieht.

00:07:29: Also ganz komisch.

00:07:30: Manchmal fange ich darüber an nachts zu denken.

00:07:31: Verstehe ich total.

00:07:32: Aber für mich habe ich voll abgelegt.

00:07:35: Ja cool!

00:07:36: Du bist ja am Ende einfach du... Man wirkt auch gar nicht mehr wie man selbst, wenn man versucht sich zu verkleinen.

00:07:43: Dass man sich anpasst, dass ich mit Ackerklamotten zur Bank oder Versicherung gehe und so was andersrum auf dem Feld kein weißes Kleid trage.

00:07:52: Aber ansonsten alles drumherum ... Das bin ja ich!

00:07:55: Ich hab auch aufgehört morgens immer, wenn ich normal im Betrieb bin, darüber nachzudenken, wie kann ich jetzt möglichst nach Landwirtschaft aussehen?

00:08:03: Ja,

00:08:05: das weiß ich nicht.

00:08:06: Sehr gut habe ich mit dir gemeinsam.

00:08:10: Okay, nicht das wir jetzt abschweifen.

00:08:11: Wir wollen erst mal wissen wer bist du?

00:08:15: Ich bin Elise.

00:08:16: ich bin jetzt mittlerweile neunundzwanzig Jahre alt.

00:08:19: Das ist total komisch dass Du sagen immer im Kopf bin ich immer noch zwanzig.

00:08:22: Nee, in neun und zwanziger Jahre alt bin hier auf dem Betrieb mittlerweile die sechzehnte Generation jetzt.

00:08:28: Wir haben klassischen auch konventionellen Ackerbaubetrieb und eine Biogasanlage und Gartenlandschaftsbaubetrieb und noch so ein bisschen was drum herum.

00:08:37: da kommen wir bestimmt noch später

00:08:38: genauer zu.

00:08:40: Und ansonsten bin ich hier über Umwege wieder zurückgekommen.

00:08:47: Also hab schon ein paar andere Sachen gemacht in meinem Leben.

00:08:50: Sag ja mal, ich hatte ein erstes und zweites und jetzt ein drittes Leben.

00:08:53: Fühl mich aber mittlerweile Gott sei Dank sehr wohl und bin sehr angekommen ... Hier!

00:08:58: In meiner Rolle.

00:08:59: Das ist doch schön.

00:09:00: Ja.

00:09:00: Ich find das so lustig.

00:09:02: Ich war mal zu Gast in einem Podcast und wurde mir gesagt, stell dir gleich die Frage wer du bist?

00:09:07: Du kannst lange antworten wie du willst.

00:09:09: Was sagt man, wer ist man denn?

00:09:11: Ich hab gerade bei den Antworten überlegt.

00:09:13: Das sind alles Dinge die ich mache, die so mein Betrieb beschreiben.

00:09:17: und was sagt man dann, wer Mann isst?

00:09:20: Ja!

00:09:21: Und ich war auch noch zwei Minuten fertig und dachte mir so hey bin ich das?

00:09:24: Bin ich nur zwei Minuten?

00:09:25: und sie meinte manchmal reden hier ins Leute so zwanzig Minuten mehr.

00:09:28: Halt ihr ja nicht

00:09:28: auf?!

00:09:28: Ich hätte jetzt auch nämlich jetzt noch Ewigkeiten weiter weil ich grad nehm' ich so dass es halt so eigentlich bis...das war jetzt wieder nur dein Betrieb und das ist jetzt ein Werdengang gewesen.

00:09:35: aber was bist

00:09:37: denn eigentlich du, ne?

00:09:38: Finden wir jetzt heraus.

00:09:40: Also du bist hier aufgewachsen in Immensen?

00:09:44: Du bist eine von wie vielen Kindern?

00:09:46: Ich habe sechs Schwestern.

00:09:48: Sechs Schwester, nur Girls!

00:09:49: Ja, wir sind nur girls... Wir sind aber Patchwork.

00:09:51: also das ist alles so ein bisschen verwurschtet.

00:09:53: meine Eltern hatten dann neue Partner und Partnerinnen und nicht alle von Mama und Papa gleich.

00:09:59: Aber cool, eine Mädels-Game.

00:10:02: Und dann als du hier fertig mit der Schule warst wo bist du dann hin?

00:10:08: Ich habe als erstes eine Ausbildung angefangen in Burgdorf, also hier eine Stadt weiter sozusagen.

00:10:15: Als

00:10:15: Tanzlehrerin und bin dann auch direkt ausgezogen weil ich war ja noch sehr jung.

00:10:18: Ich hab mir mit sechzehn meinen Abi dann schon beendet und dann die Ausbildung angefangen und dann hatte man ja nun Arbeitsseiten wie...

00:10:24: Du hast mit sehzehn Abi

00:10:25: gemacht?

00:10:25: Ja, ich habe mit seachzehn Abbie gemacht.

00:10:26: Ich habe

00:10:27: ne Überstigerin am Mikro.

00:10:28: Nein

00:10:29: das..ja ich habe ne Klasse übersprungen.

00:10:31: In der Grundschule es war auch gut so aber für mich war das doch immer alles relativ normal.

00:10:35: Nur dann hab ich einen Job angefangen, wo ich spät gearbeitet habe und am Wochenende und es gab keine Bussernbindung.

00:10:41: Und da war die einfachste Lösung, die ich natürlich auch total cool fand mit Sechzehn auszuziehen.

00:10:46: Dann bin ich gleich ausgezogen und dann war ich in Burgdorf ein paar Jahre.

00:10:50: Und dann bin ich ... Panzlerin

00:10:53: hattest du da ... Welches Alter hast du unterrichtet?

00:10:55: Was für ein Tanzstil?

00:10:56: Also ganz kleine Kinder, wir laufen durch den Raum und tun so, als wären wir Tiere!

00:11:01: Das war nie so meins.

00:11:04: Ich glaube, die ersten Hip-Hop-Kids waren dann schon so sechs, sieben, acht.

00:11:08: Das waren so die kleinsten und halt ein bisschen zu alt.

00:11:10: Erwachsene Paarekursen ganz normal also wirklich von bis.

00:11:14: Das hat mir auch sehr geholfen weil du stellst dich natürlich jeden Tag wieder vor mehr oder weniger neue Leute und präsentierst dich und hältst und führst an so einen Kurs.

00:11:23: das merke ich immer noch dass das doch sehr prägend war.

00:11:27: So für die eigene Entwicklung auch für eine Selbstreflektion.

00:11:29: wie wirkt man?

00:11:30: Wie redet man das alles?

00:11:32: Ja, und das hat mir dann irgendwann aber auch nicht mehr gereicht.

00:11:35: Dann bin ich nach Münster gegangen... ...und hab Jura studiert!

00:11:38: Oh wow!

00:11:40: Wie hatte dich denn dein Leben bis dahin geprägt?

00:11:45: Ich muss sagen, bis dahIN war es immer sehr... eigentlich eher ein bisschen bedrückend.

00:11:50: Ich habe immer gerne hier geholfen und ich hatte auch immer ein sehr enges Verhältnis zu meinem Papa.. ..und habe immer halt gewusst ja, ich will dass.... weiter machen, weil ... das war schon immer seit ich ein kleines Kind war.

00:12:01: Hieß es immer, wenn jemand den Betrieb macht, weil's nur Mädels der klassische Hofnachfolger wurde ja nicht geboren.

00:12:08: Dann hieß es dann, wenn das jemand macht eine Liese und das hat, baut natürlich schon bisschen Druck auf.

00:12:13: Mein Papa war da nicht so krass, also er hat mir alle Freiheiten gelassen.

00:12:16: Er hat doch gesagt, tupp dich ausmache erst mal alles was du willst!

00:12:19: Wenn du den Weg zum Hof findest, dann musst du ihn selber finden.

00:12:22: ne?

00:12:22: Ich werd dich nicht zwingen.

00:12:23: Das war auch gut.

00:12:25: trotzdem hatte man ja irgendwie immer so.

00:12:27: Ich habe auch gemerkt, dass ihn das belastet hat.

00:12:29: Dass er nicht wusste wie es weitergeht irgendwann so und irgendwie hab ich aber nie so richtig den Anschluss gefunden.

00:12:34: Ich fand das immer cool.

00:12:36: Und immer wenn ich dann mal eine Zeit hier verbracht habe, da hab ich gedacht, oh, es macht alles Spaß!

00:12:40: Aber muss ja erst einmal irgendwie ... Es kann bevor wir halt so ein Riesenberg von Sachen was mein Papa alles gemacht haben, bedachte, wie soll es überhaupt irgendein Mensch jemals übernehmen können?

00:12:50: Gut mittlerweile weiß ich auch, dass das natürlich alles geht.

00:12:54: Ja, das hat mir ein bisschen... Also es war immer so ein bisschen eine Hassliebe, würde ich sagen.

00:13:02: Wieso stand dieser Satz im Raum?

00:13:04: Wenn das jemand macht in Edyse, warum dein Name?

00:13:06: Weil ich ein Miniernzt bin!

00:13:09: Hat er's?

00:13:10: Mein

00:13:10: Papa hieß Ernst und wir hatten schon immer das engste Verhältnis miteinander von allen... Ich war immer bei den Firmenfeiern mit dabei.

00:13:21: Die anderen hatten nicht das Interesse, oder waren noch sehr klein und gar nicht so weit, dass man darüber nachdenken könnte.

00:13:28: Meine beiden großen Schwestern haben da überhaupt kein Interesse dran.

00:13:33: Es ist ja auch dann nicht nur das lampwirtschaftliche Interesse sondern auch das Willmann selbstständig sein.

00:13:39: Wenn wir diese Verantwortung übernehmen ... Da kamen sonst niemand infrage.

00:13:44: Und es war irgendwie schon so... dass ich halt ein sehr enges Verhältnis hatte hierzu und auch zu Papa.

00:13:49: Und ja, alle waren gesagt da mini-ernst!

00:13:53: Ja... Bei mir war es auch so wenn als ich aufgewachsen bin und ich glaube euer Betrieb war ja auch ohne Viehhaltung schon

00:14:00: immer oder?

00:14:02: Zumindest in meiner Zeit.

00:14:03: Und ich finde wenn dann einen Betrieb relativ technisch gut modern technisch aufgestellt ist Ist das Aufwachsen parallel zur Landwirtschaft?

00:14:12: Du musst gar nicht so richtig anpacken, hatte ich immer das Gefühl.

00:14:17: Es ist gar nicht mehr dieses Aufwächsen wie unsere Eltern das zu hatten, dass man andauernd ... irgendwie mitwerkt.

00:14:22: Ja,

00:14:22: das Treckerfahren vielleicht.

00:14:24: Aber gut aber auch erst ab!

00:14:26: Irgendwann dann ja klar, naja, früher wurde man natürlich einfach mit fünf schon auf den Trecker gesetzt.

00:14:30: Da waren die Treckern viel kleiner und da war das auch noch alles nicht so streng bewacht.

00:14:35: Und das ist tatsächlich auch so... Ich hab's in den Vierinnen, bin ich immer mal mit Trecker gefahren.

00:14:40: Nur wenn du das nicht regelmäßig wirklich so richtig am Ball bleibst und machst, dann fängst du ja immer wieder von vorne an.

00:14:46: Das ist jetzt auch ... Wenn ich mich auf die Spritze setzen würde zum Beispiel... Ich kann das theoretisch alles!

00:14:51: Ich habe das alles schon gemacht aber ich müsste auch immer noch mal gucken weil ich es einfach nicht jeden Tag mache

00:14:56: oder jemanden anrufen

00:14:59: muss.

00:15:01: Und dann wolltest du Jura studieren?

00:15:03: Wie haben deine Eltern reagiert?

00:15:08: Ach, Papa hat immer alles mitgemacht.

00:15:10: Das war schön ... Der hat die Tanzlehrerzeit mitgemachten und das Jurastudium mitgemachen.

00:15:15: Er hat mich da auch immer unterstützt.

00:15:17: Obwohl ich bei ihm am meisten Angst hatte, ihm das zu erzählen.

00:15:19: Und immer dachte er wäre enttäuscht, dass ich nicht endlich in die Landwirtschaft komme.

00:15:22: Aber das war immer schön meiner Mama... Also ganz ehrlich meine Mutter war froh, dass sie aus der Tandschule raus war?

00:15:31: Muss man einfach so sagen!

00:15:32: Ich glaub, meine ganze Familie war frohl.

00:15:34: Hattest du eine langfristige Perspektive mit dem Tanz?

00:15:36: Ich möchte dann da und dahin.

00:15:39: Also

00:15:40: ich war natürlich einfach auch saug jung, ne?

00:15:42: Und ich bin sehr jung wie in einem Traumwelt eingetaucht.

00:15:45: Das waren alles ... alle waren älter, alle waren cool!

00:15:48: Man hatte so eine Community in Deutschland wo man wirklich mit, ja was war ich denn, den Fünfzehn-Sechzehn als das kennengelernt habe... ich war wie gefesselt.

00:15:57: Und irgendwann kommen die Erkenntnisse, was willst du eigentlich angestellt.

00:16:01: Tanzlehrerin bleiben sicherlich nicht.

00:16:03: Mir war klar, dass ich selbstständig sein möchte.

00:16:06: Der Weg selbstständig in so ein Tanzschulkonstrukt rein war dann... Also ja, hatte ich mir schon vorgestellt.

00:16:14: War aber auch relativ schnell irgendwie wieder dann klar nach der Ausbildung dass das nicht mein Weg ist.

00:16:19: Habe ich mich auch irgendwann nicht mehr wohl mit gefühlt?

00:16:21: Weil du bist natürlich auch immer Entertainer!

00:16:24: Du bist immer an, du bist immer so der Strahlemann für alle.

00:16:27: Du musst diese ganzen Sachen jedes Jahr aufs Neue Weihnachten und diese ganzen Irgendwann, das hat mich so genervt.

00:16:35: Ich wollte ein bisschen ausbrechen und deswegen wollte ich unbedingt noch mal weg.

00:16:39: Ich möchte gerne die Perspektive wechseln.

00:16:42: Das hat mir auch richtig gut getan!

00:16:44: Sie ist dein Ausbrechens-Jura-Studier?

00:16:47: Ja, ich sag mir meine Selbstfindungsphase... Da lachen mich immer alle für aus.

00:16:51: aber meine Selbstwindungsphase war halt Jura zu studieren.

00:16:53: Andere machen eine Weltreise.

00:16:55: Ich weiß es nicht.

00:16:56: Ich habe auch das Gefühl gehabt, ich war noch nicht fertig mit Wissen und allem.

00:17:02: Weil ich ja schon wusste, dass ich irgendwie diesen Betrieb irgendwann machen möchte und noch mal was wirtschaftlich sinnvolles.

00:17:07: Und dann war für mich nur BWL oder Jura?

00:17:10: BWl waren nicht meins... ...und Jura fand ich schon interessant!

00:17:13: Dann war es halt Jura.

00:17:14: Ich hab aber auch, muss man sagen, eigentlich mehr so ein Leben bei studiert.

00:17:19: Ja, echt gehasst.

00:17:20: Und ich habe so viel gearbeitet, dass sich das Studium auf einer Po-Backe abgesetzt haben.

00:17:25: Dafür Gott sei Dank toll, dass du durchgekommen bist.

00:17:28: Aber war nicht mein Fokus drauf und hab schnell gemerkt, Das ist auch nicht mein Weg.

00:17:34: Was hast du da gearbeitet währenddessen?

00:17:36: Ich war bei einer Krankenkasse, das war ein witziger Zufall.

00:17:39: Es waren zwei Monate zwischen Tanzschulenende und Studiumsanfangs zum Überbrücken.

00:17:45: Die hatten Ausstellenfreiener Sachbearbeitung.

00:17:49: Am Ende war ich fünf Jahre da.

00:17:51: Und dann halt nach Corona oder seit Corona im Homeoffice ... Das war total praktisch für mich.

00:17:56: Das darf ich jetzt nicht sagen, aber ich habe natürlich immer die Vorlesung gehört und die Parallel gearbeitet.

00:18:00: Und alles gleichzeitig gemacht.

00:18:04: Ja wirklich!

00:18:05: So konnte ich das auch alles schaffen.

00:18:07: Also mein Arbeitsablauf von morgens ging es los.

00:18:09: Ich hab nebenbei die Vorläsungen laufen lassen.

00:18:11: Auch mehr damit ich sagen konnte.

00:18:12: Ich war dabei als dass ich irgendwie aufgepasst habe.

00:18:14: Hab gearbeitet parallel.

00:18:16: Dann bin ich nachmittags in den Weinhandel gefahren.

00:18:19: Also richtig so eine Feinkost-Handlung.

00:18:21: Hab da gearbeitet und dann bin ich abends in den Weinen bauen.

00:18:23: Hab gekellen hat bis nachts um.

00:18:25: Es

00:18:26: hat Spaß gemacht.

00:18:28: Das

00:18:28: darf ich jetzt auch nicht sagen, weil wenn ich drei Jobs hatte, dann fragen alle gleich, wie das finanzamt wird?

00:18:36: Aber so kam ich zum Wein!

00:18:37: Vielleicht kriegen wir da auf den Bogen nämlich wieder ... Also sag mal mal so... Ich habe viel Wein probiert und ich durfte immer viel Wein mitnehmen.

00:18:45: Deswegen gerade Zmonka.

00:18:47: Und das war total cool, weil ich dadurch natürlich super viel über Wein kennengelernt habe und auch super viele Winzerkontakte irgendwie auf einmal hatte.

00:18:54: Es hat richtig Spaß gemacht und so kam auch diese Leidenschaft zum Wein total.

00:18:58: Du hast dann, Jura, studiert... Wie alt warst du denn, als du damit fertig warst?

00:19:01: Und was war das für ein Abschluss?

00:19:02: Was hättest du danach machen müssen können damit?

00:19:05: Ja,

00:19:05: das ist bei Jura ja so'n bisschen... Also ich hab das erste Staatsexamen noch geschrieben aber ich habe das erstes Staatsexam nicht zu Ende gemacht weil da hast du die schriftlichen Prüfungen, dann bin ich nach Hause gekommen, dann ist Papa krank geworden und er war für mich auch klar hier ist Ende!

00:19:17: Ich hab quasi einen angerechneten Bachelor, Bachelor of Law.

00:19:21: Das bringt dir in der Juristenwelt genau gar nichts, da lachen dich alle für aus Aber ich hab zumindest einen Abschluss.

00:19:27: Mir war das auch total egal, aber es war ... meine eine Schwester war da irgendwann mal so hinterher und meinte, las sie das doch wenigstens anrechnet?

00:19:33: Und habe ... ... im Jahr ... ... in den Jahr- und zwei-tausenddrei-undzwanzig, da war ich dann in dem Jahr-und zwanzig.

00:19:41: Da hab ich die Prüfungen geschrieben.

00:19:42: Und da war schon längst klar, dass ich hier fest mit einsteige und halt auch die landwirtschaftliche Ausbildung noch einmal machen möchte.

00:19:50: Ich hatte ihn, ich glaub, zwanzi-eine-unzwanzich-zwei-undswanzig!

00:19:54: hab ich schon meine erste Firma gegründet, die hier an die Landwirtschaft angeschlossen ist.

00:19:59: Also da bin ich quasi schon eingestiegen und damals wollten wir eigentlich schon auch ... Die Landwirtschaft schon teilweise überschreiben, haben uns dann aber dagegen entschieden... Und dann hat sich halt eine GmbH gegründe, die gibt's auch noch, die Vertrieb online schaut diese ganzen Sachen, Zwiebelaufbereitung und das alles macht.

00:20:16: Ja und so bin ich denn aus der Ferne immer, immer so ein Stückchen halt immer weiter reingekommen und war dann in Anfang dreiundzwanzig hab ich noch kurz in der Falz gelebt für ein paar Wochen und hab dann Praktikum gemacht.

00:20:29: Und dann bin ich nach Hause gekommen, und ... Ich glaub, vier Wochen später kam die Kripsdiagnose?

00:20:34: Ach so!

00:20:35: Ja, da wolltet mich jetzt wissen... Da war dein ... Ah, du kommst hier.

00:20:38: Wie hast du es dir vorgestellt?

00:20:39: Und wie war's denn?

00:20:40: Ich

00:20:40: weiß nicht.

00:20:41: Ich hab mir vorgestellt, ich komme nach Hause.

00:20:43: Und irgendwie alle freuen sich.

00:20:44: Und das wird total super.

00:20:46: Es ging schon damit los, dass ... Wo wohne ich

00:20:49: eigentlich?!

00:20:49: Ja.

00:20:50: Und ich hab irgendwie gedacht, na ja ... Also, es gab so ... zwei Möglichkeiten, die dann an andere Menschen vergeben.

00:20:58: Sagen wir es mal so?

00:20:59: Möchte ich nicht genau darauf eingehen aber ist so richtig willkommen gefühlt habe ich mich irgendwie nicht und dachte immer so dabei.

00:21:04: Ich dachte das ist jetzt hier der Traum!

00:21:06: Ich komme nach Hause und wir freuen uns alle dass wir eine Hofnachfolge haben.

00:21:09: Keine Ahnung was.

00:21:10: Nee

00:21:11: war ein bisschen holprig.

00:21:12: also war auch Papa und mir dann ein bisschen Holprig weil man auf einmal so dicht zusammenfällt.

00:21:17: Na ja und dann war halt... Wo

00:21:18: bist du denn eingezogen?

00:21:19: Also wie kann man

00:21:20: das vorstellen?

00:21:21: Ah, okay.

00:21:21: Ich hab mir eine Wohnung in Burgdorf genommen wieder, weil ich dann auch ein bisschen bockig war.

00:21:26: Wenn ihr keinen Platz auf dem Hof für mich findet ... Dann war Papa auch sauer, aber am Nimmst du jetzt ne Wohnung?

00:21:32: Ist da kein Platz für mich!

00:21:36: Das war ne krasse Zeit und von heute auf morgen alles einfach auf den Kopf gestellt.

00:21:41: Weil dann kam seine Krebsdiagnose, dann war ziemlich schnell klar, dass mit Chemo- und OPs und allem drum und dran

00:21:47: ausfällt.

00:21:48: Und dann habe ich hier habe ich hier im Gästezimmer geschlafen, hier tatsächlich oben drüber und hab mich hier ein bisschen eingerichtet.

00:21:57: Und war seitdem eigentlich gar nicht mehr in meiner Wohnung, weil ich dann immer hier war, entweder war er nicht da, dann war ich sowieso hier oder wenn er da war und er war dann am Ende halt schon ein bisschen pflegbedürftig, so, dann habe ich mich halt um ihn gekümmert und gepflegt, ne?

00:22:09: Ja!

00:22:10: Dann habe ich irgendwann aber relativ spät erst also nach seinem Tod erst meine Wohnung gekündigt und bin dann fest hier eingezogen.

00:22:18: Hattest du das Gefühl, er konnte dir trotzdem in dieser Zeit noch so ... das Wichtigste zuflüstern?

00:22:26: Mitgeben oder...

00:22:28: Es war schwierig

00:22:29: mehr.

00:22:30: Also

00:22:30: ich glaube, dass so eine Krebskrankheit auch einen wirklich verändert und nicht unbedingt immer zum Positiven.

00:22:36: Und es war schon ne echt harte Zeit.

00:22:39: also das Jahr mit ihm war hart.

00:22:41: danach war's ohne ihn natürlich noch viel härter aber mit ihm was auch hart weil Ich hatte manchmal das Gefühl er hatte dann auch keinen Bock jetzt noch mal alles so durchzukauen oder so, weil ich immer gesagt hab auch können wir nochmal irgendwie was durchgehen und was aufschreiben.

00:22:53: Und irgendwie war es ... Wir hatten ja noch lange die Hoffnung, dass er es überlebt aber trotzdem wollte ich halt ganz gerne sicher gehen irgendwie das wird's alles nochmal durchgegangen sind und da hat er gar kein Bock

00:23:03: damit ... Keine Kraft oder?

00:23:05: Auch keine Kraft und im Nachhinein verstehe ich das natürlich auch total.

00:23:09: also ich muss sagen das Allermeiste habe ich mir dann doch selber angeeignet.

00:23:13: Gott sei Dank bin ich halt dann doch sehr schnell im Begreifen, dass ich mir aus allen möglichen alles rausgesogen habe.

00:23:19: Also ich bin zu der Zeit schon selber richtig mit auf den Acker gewesen und hab geackert und auch die Maschinen nochmal mitbedient so wie alle anderen Jungs halt auch.

00:23:26: Hab aber parallel halt irgendwie auch versuchen müssen in diese Betriebsleiter Geschäftsführerrolle reinzukommen was halt gar nicht so einfach ist bei unserem Firmenkonstrukt.

00:23:35: wenn halt keiner mit dir so richtig redet weil Er, wie gesagt, hatte dann auch nicht so die Nerven dazu bzw.

00:23:40: lag ja auch lange im Krankenhaus war gar nicht ansprechbar.

00:23:44: Die Büro-Dame, die hier damals noch war mit der kam ich noch nie so richtig klar, die wollte nicht.

00:23:50: Also das war auch immer mehr ein Gegenteinander arbeiten als ein Miteinander Obwohl er dachte, sag mal was machen wir denn jetzt uns noch das Leben so schwer?

00:24:00: und Mit den Jungs draußen hat es Gott sei Dank von Anfang an sehr gut geklappt.

00:24:04: aber natürlich auch da Du musst erst mal ankommen, wenn du jahrelang nicht wirklich Tracker gefahren bist.

00:24:09: Erst mal irgendwo starten und dann dauert es natürlich auch erst einmal länger.

00:24:13: Und dann hat's bei mir mit einem Gabelstabler die Kisten umstapeln doppelt so lange gedauert am Anfang.

00:24:21: Gehört aber dazu?

00:24:23: Man eckert sich trotzdem immer, weil man es ja selber weiß, dass das gerade irgendwie lange dauert

00:24:26: ist halt so... Ja, war eine schwierige Zeit.

00:24:31: Ich möchte es einmal sagen, weil ich das immer schön finde.

00:24:32: Wenn man sagt, dass du mir auf jeden Fall leidest und mein Beileid mit deinem Papi.

00:24:35: Das wirkst auf jeden fall total tass!

00:24:38: Und zwar bestimmt nicht einfach – das weiße ich.

00:24:41: Ich kann mich mit dir total gut identifizieren, weil auch ich kam ja vor kurzem bei uns auf den Hof und gefühlt mit einem Koffer und war so jetzt kommt hier... Jetzt gehts los?

00:24:50: ...und wir haben ein sechshundert Quadratmeter Haus also da ist viel Platz

00:24:55: Aber das ist

00:24:56: voll!

00:24:56: Das ist, ob es die Geweihe sind oder die antiken Schränke.

00:25:00: Also gefühlt allein mit meiner Handelskraft kann ich mir das gar nicht so einrichten wie ich's möchte und ich kann das total nachfüllen.

00:25:07: dieses okay gibt sie es hier aber mal.

00:25:09: jetzt ist hier irgendwie ein Dexel und es dauert dann doch bis sich das so ein bisschen zusammen ruckelt.

00:25:15: Du hast davon erzählt dass hier eine Bro-Dame-Hilfe war?

00:25:20: Wie schafft man das denn... dass man so denkt, okay jetzt richtig mein Büro ein und ich werde jetzt hier verwalten, walten und gestalten.

00:25:29: Durchsetzen?

00:25:30: Ja Also

00:25:31: ich hab zu der Zeit auch oft gehört Ich hätte Haare auf dem Zehen wo ich da immer nur geantwortet habe ja das ist jetzt die eine Wahrnehmung Die andere wäre halt Dass ich einfach untergegangen wäre.

00:25:40: So.

00:25:41: Und dann ist es mir lieber.

00:25:41: jemand behauptet Ich hätte haare auf den zehnen Einfach weil ich mich durchgesetzt habe.

00:25:45: Das dauert natürlich bis die Leute dann merken Hey!

00:25:49: Ich komme umzuleiben Ich gehe nicht wieder Und da muss man dann manchmal schon ganz schön für sich selbst auch ein dickes Fell haben und einfach auch lernen, natürlich mit Mitte zwanzig.

00:26:00: Dann auch über Dingen zu stehen nicht alles an sich ranzulassen das ist ja gar nicht so einfach.

00:26:05: und natürlich auch irgendwie mal so ein kleines bisschen in die Chefrolle reinzuwachsen dass man auch einfach mal durchsetzt.

00:26:10: und Ja also dass man, dass man lernt sich durchzusetzen und auch einfach Mal bei seinem Standpunkt bleibt und halt dieses so Sich gerade machen und auch geradeaus durchlaufen heißt ja nicht, dass man alles um sich herum ausblendet und keine Hilfe annimmt.

00:26:24: Aber wenn man eine Entscheidung getroffen hat, die dann auch durchzieht ... Und nicht wie ein Fähnchen im Wind, weil sonst funktioniert es nicht.

00:26:31: Und ganz klar, es war auch Personalwechsel hier drin.

00:26:35: In dem Fall mit der Person war's von Anfang an klar, dass sie gehen wird?

00:26:41: Die hatte schon gekündigt als Papa-Krankbar.

00:26:43: Das war ich schon absehbar.

00:26:45: Hätte aber niemals funktioniert.

00:26:47: Ist auch wichtig bei so einem Generationenwechsel.

00:26:49: Es ist immer schön, wenn bestehende Mitarbeiter noch da sind.

00:26:53: Weil man lernt natürlich auch davon viel und man verlässt sich dann auch viel darauf, wenn jemand schon seit zwanzig Jahren hier ist.

00:26:58: Aber mit der Zeit ist es glaub ich auch wichtig dass neue Leute dann reinkommen die diesen ganzen Prozess vorher nicht mit... Die diesen Vergleich auch nicht haben.

00:27:07: Dass das nicht immer heißt ja aber wir haben das ja so und so gemacht Ja jetzt machen wir's halt anders weißt du?

00:27:12: Und ich glaube da haben wir mittlerweile eine ganz gute Mischung.

00:27:15: Ich habe schon viele noch die sehr lange da sind und die möchte ich auf gar keinen Fall missen.

00:27:19: Das sind aber auch die, die zu mir stehen und wo ich von Anfang an gemerkt hab das funktioniert gut.

00:27:24: Und am Ende wie gesagt wer dann halt mit mir den Weg nicht gehen wollte musste dann halt auch gehen.

00:27:29: Weil ja!

00:27:30: Dass ich gehe war keine Option ne?

00:27:33: Es klingt ein bisschen hart aber... ...und es hat mich viele drehen und viel Kummer und viel Schmerz gekostet.

00:27:38: Das war eine furchtbare Zeit..

00:27:40: Aber

00:27:41: man funktioniert dann in so einem Moment auch einfach ne?

00:27:43: Vor

00:27:44: allem weil in der Landwirtschaft ja ganz oft ist irgendwie schwierig jemand Neues zu finden.

00:27:48: ne also Viele würden wahrscheinlich sagen, behalt bloß Wiener Hass.

00:27:51: Was?

00:27:51: Ich glaube keine

00:27:52: Probleme

00:27:52: mehr siehst du.

00:27:53: Gott

00:27:53: sei Dank!

00:27:53: Also weder im Büro noch draußen haben wir bisher wirklich das ging immer total flutschig so

00:27:58: weg.

00:27:59: Siehst du?

00:27:59: Weil Du Dich ja auch selbst mitbringst.

00:28:01: Manche dazu sehr gut passen.

00:28:03: Ja jetzt haben wir viele über Dich gesprochen.

00:28:06: lass uns mal auf den Betrieb schauen in welchem Zustand war der als Du denen übernommen hast dass es ja auch total prägend scheidut.

00:28:14: also Wir haben ja nun ein recht umfangreiches Firmkonstrukt mit der Landwirtschaft an sich Fünfhundert Hektar ungefähr, die wir beackern.

00:28:21: Kartoffeln und Zwiebeln was natürlich schon auch mal eine andere Herausforderung ist.

00:28:26: also vom fachlichen Wissen Und wir hatten ja nun auch gerade ne Lagerhalle gebaut Was auch nochmal sehr viel wissen dann erfordert dass man diese ganze lagertechnik erstmal beherrscht.

00:28:36: Dann den Gartenlandschaftsbau Die Biogasanlage Diese neue Firma von mir eigentlich wo ich gerade ja so voll durch starten wollte mich da rein zu hängen Und dementsprechend ja nun Und mit allen Aushilfen sind wir so amtlich vierzig Leute.

00:28:54: Da gucken dich morgen schon ganz schön viele Augen an, die wissen wollen wo es jetzt langgeht.

00:28:59: Der Betrieb... Ich bin ja mal sehr ehrlich.

00:29:03: also toller Betrieb groß gewachsen in den letzten Jahren.

00:29:06: Papa hat viel gebaut, Biogasanlage Halle hier, Halle da immer neueste Maschinen, neueste Technik.

00:29:12: das heißt aber natürlich auch dass ich einen riesen Kostenapparat vor mir her

00:29:15: schiebe

00:29:16: und Das fällt einem dann auch relativ schnell auf die Füße, wenn halt mal nicht so gute Jahre kommen wie wir sie jetzt ja nun erlebt haben oder gerade erleben.

00:29:25: Und auch viele versteckte Sachen, die er halt gar nicht kommuniziert hatte vorher, die ich noch gefunden habe immer nach und nach wo ich dachte oh Gott es will nicht das auch noch.

00:29:36: Also so richtig toll dass man sagt der Betrieb ist ein Selbstläufer sieht alles immer schön und groß aus.

00:29:41: von außen ist es halt nicht.

00:29:43: Es ist eher so gekämpft habe die letzten Monate und Jahre, um vieles auch wieder in eine andere richtige Richtung zu kriegen.

00:29:51: Weil es vielleicht ein bisschen ausgeartet war.

00:29:54: Ja.

00:29:55: Ich werde manchmal, weil ich so ein bisschen belächelt merke, dass ich ja nur was übernommen habe, das das Jahr mit dem Erben so einfach ist ... Und naja du hast halt geerbt!

00:30:04: Also ja okay... Ich hab jetzt aber beide Situationen.

00:30:07: Ich hab ne Firma selber gegründet und ich habe geerbt.

00:30:09: Natürlich wenn du n bestehende Strukturen hast, hast du schon mal irgendwie ein gewisses Gerüst?

00:30:13: Musst nicht alles von null starten.

00:30:15: Aber ich finde es manchmal auch einfacher von null zu starten, weil du da noch alles weißt.

00:30:19: Weil

00:30:19: du nicht aus dem Minus startest?

00:30:20: Das auch!

00:30:22: Also das natürlich auch.

00:30:23: Das wollen wir ja auch immer keiner sehen.

00:30:25: Das ist hier alles nicht außer Protokasse bezahlt.

00:30:28: Ich habe einen riesengroßen Betrag siebenstellig der halt auch noch zurück muss über die Jahre und das will immer keiner sehn.

00:30:36: aber... ...das muss ja auch erst mal erwirtschaftet werden.

00:30:38: Nicht nur das Laufende sondern halt auch diese ganzen Tägungen, die dann noch stattfinden.

00:30:43: Das habe ich auch so dieses innere Gefühl, das Fehler aufs Erbenthema.

00:30:48: Schauen wir mal, es wird dir ja alles geschenkt?

00:30:49: Ja!

00:30:50: Und dann denke ich mir, ja, aber es wird mir ja alles geschenkt und ich muss das ja auch irgendwie ab dem Tag dann auch hervorandrängen.

00:30:57: also auch das wird mir mitgegeben.

00:30:59: Und gerade in der Lampfwirtschaft weil das ja immer so ein Thema ist dass dann die weichenden Erben quasi abgefunden werden und natürlich die Werte ganz andere sind.

00:31:08: Es wird ja nicht der Hof jetzt einzeln bewertet mit jeder Maschine jedem Trecker, sondern es wird ja ein Gesamtwert ermittelt.

00:31:13: Und er ist natürlich deutlich geringer als jetzt ein Einzelwerb wenn ich jetzt alles veräußern würde.

00:31:19: Aber... Ich muss natürlich auch damit wirtschaften so und wenn ich das immer so sehe, dass natürlich weichende Erben einfach dann eine Summe kriegen und die haben sie dann halt und dann ist das fertig!

00:31:28: Und ich krieg halt.. Ich kriege die Summe ja nicht, ich kriege halt... Eine steht

00:31:32: ja irgendwo in diesem Wert.

00:31:34: Genau und

00:31:35: ich kriegt halt die Möglichkeit mit etwas Geld zu verdienen So.

00:31:38: Und das ist natürlich trotzdem schön, weil klar, wenn man das alles vernünftig immer wieder auf Reihe hat dann gibt es auch die Möglichkeit hier mit vernünftiger Geld zu verdienen.

00:31:45: aber es ist erstmal ja wahnsinnig viel Arbeit und Wahnsinnigviel Verantwortung und mein Erb teilt auch für Kratzschecken wenn er die Schulden alles halt mit.

00:31:52: ne?

00:31:53: Ja!

00:31:54: Du hast jetzt ein paar mal schon erwähnt deiner eigene Firma was...was ist das für eine Firma?

00:31:58: Die hatten wir oder da hatte ich damals gegründet weil wir so versucht haben in einen Direktvermarktung zu starten bzw den ganzen Prozess nach der Ernte ein bisschen mehr zu kontrollieren, weil es eben ja wenn du so als Produzent, als Landwirt einfach nur produzierst und in Großmenge nach der Erde wegfährst schon sehr viel Geld liegen bleibt.

00:32:18: Auch was dann im Handel verschwindet Und auch diese ganze Sortierungs- und Aufbereitungsprozesse eben Wenn du's ausgelagert hast sehr sehr teuer ist.

00:32:26: und dann hatten wir uns das angeguckt und das startete halt schon als ich noch ein Minzer war.

00:32:30: Dann habe ich zwei Anlagen gekauft oder gebaut Einmal eine Aufbereitung und Sortierung für nach der Ernte.

00:32:37: Und einmal eine Verpackungsmaschine, weil wir dann parallel angefangen hatten, Zwiebeln selbst auch zu verpacken und an Supermärkte zu liefern.

00:32:45: Ja!

00:32:46: Das war ein ... hab ich auch echt raus gelernt?

00:32:50: Es war viel zu groß gedacht.

00:32:52: Aber natürlich war es so, dass ich nicht damit gerechnet habe, dass Papa stirbt.

00:32:57: Ich hab schon gehofft, dass mich mehr darauf natürlich noch fokussieren kann.

00:33:01: Natürlich war's irgendwann so, nicht mehr so sehr den Fokus dann darauf hatte, in neue Wege reinzuwachsen.

00:33:08: Sondern erst mal das bestehende ihn kriegen musste.

00:33:10: Und dementsprechend war das ... Das waren achtzehntausend Euro, kann ich ja so sagen im Nachhinein bestraft ist?

00:33:18: Ich hab da immer nicht so drüber nachgemacht.

00:33:20: Jetzt würde ich auch sagen, reiß fünf Jahre zurück in der Zeit und rede mit dir selbst in Lise und sag dir selbst, dass das Quatsch ist oder zumindest in dem Volumenquatsch isst!

00:33:28: Aber gut, haben du's halt so

00:33:29: gemacht?!

00:33:31: Könnte ich da nicht mit anderen Lammschirten zusamtumäßig?

00:33:34: Und dann irgendwie könnt ihr da auch etwas verarbeiten und ihr macht irgendwelche solche Verträge.

00:33:37: Ja, hab' ich mir auch alles ein bisschen einfacher vorgestellt weil was man immer nicht vergessen darf die bestehenden Strukturen, die es so gibt in verschiedenen Handelsstrukturen zu lösen ist ja nicht so einfach.

00:33:50: also dir das Interesse dass Leute bei uns zum Beispiel aufbereiten wollen oder so eine Geschichte Das ist schon da.

00:33:58: aber dann sagt natürlich der Händler der das sonst gemacht hat.

00:34:01: Du darfst aber nur bei uns liefern, wenn wir auch das ganze Kunstdruck bedienen.

00:34:06: Das ist genauso mit Lohnarbeiten in dem Zwiebel- und Kartoffelbereich dass die Händler immer mehr versuchen natürlich die Aussaat, die Ernte alles zu kontrollieren.

00:34:14: was ich auch verstehen kann, würde ich genau so machen.

00:34:16: Aber dadurch ist es sehr schwierig dahin eine Lohnarbeit reinzukommen weil die Hände dann sagen naja Wenn wer anders bei dir aussieht nehmen sie aber nicht Und das wäre danke.

00:34:23: Ja okay

00:34:25: Also habe ich mir vielleicht auch ein bisschen zu einfach vorgestellt muss ich ehrlich sagen

00:34:29: Also du hast dann diese Firma und jetzt macht ihr sogar noch weitere Verarbeitung.

00:34:34: Ich werfe mir das Wort Onionshands, find ich also geil!

00:34:38: Das kam bei mir eigentlich aus folgendem... Wir haben durch die ganze Aufbereitung, Sortierung des, was wir alles seit zwei-drei Jahren selber machen, sehr viel Ausschuss.

00:34:49: Was einem vorher nie so aufgefallen ist, weil man hat einfach die Erntemenge weggebracht und gut ist.

00:34:53: Und jetzt sieht man erst mal wie viel halt weggeworfen wird, zu klein ist oder weil die Schale angerissen ist und so eine Sache.

00:35:00: Und dann habe ich überlegt, was kann man halt eigentlich daraus machen?

00:35:03: Kann man die nicht irgendwie noch verarbeiten?

00:35:06: Ja, und so kamen dann letztes Jahr ungefähr um die Zeit jetzt, kam die Idee, man macht so eingekochte Zwiebeln und allerlei und lässt es einfach verarbeiten.

00:35:15: Da hab' ich mich in die Küche gestellt, koche ja nun auch wahnsinnig gerne... ...und hab' einfach mal angefangen mir ein-zwei Rezepte zusammenzubasteln!

00:35:24: kam auch diese Namensfindung total witzig.

00:35:27: Ich fand's auch, das war meiner Familienfeier.

00:35:30: mein Opa hatte glaube ich geladen oder meine Oma wurde hatte Geburtstag?

00:35:34: Ja egal und wir saßen zusammen und meinen Onkel und ich ist auch so ein super kreativer lustiger Typ schon immer einen sehr guten Draht miteinander gehabt und wir haben so rumgesponnen und so alles mögliche in alle Richtungen und irgendwann sind wir auf dieses Onion-Fans gekommen.

00:35:50: Es war so lustig, wir haben gleich gewusst das ist es.

00:35:53: Ja, geil!

00:35:54: So

00:35:54: okay... Und mit dem Logo da, ich finde halt auch diese Knutsch-Zwiebel total cool, weil ich mich immer so drüber lustig gemacht habe dass ja immer alle auf Kartoffeln und Zwiebeln Gesichter draufkleben.

00:36:06: Aber so in uncool.

00:36:08: Und ich einfach gesagt hab, oh können wir's mal lassen?

00:36:10: Dass wir halt versuchen Kartoffel cool zu machen indem wir Gesichter darauf kleben.

00:36:15: Dann hab' ichs aber für mich ein bisschen ins Lächerliche gezogen und fand dann das Ergebnis total witzig.

00:36:20: Ja und so ist das entstanden.

00:36:23: Und das vermerkst du alles online auch, richtig?

00:36:26: Ist mein Ziel.

00:36:27: Wir starten ja jetzt gerade erst, es hat lange gedauerten Produzenten zu finden

00:36:30: weil

00:36:31: ich habe erst überlegt ob ich das selber mache.

00:36:33: aber die Hygienevorschriften, die ganzen... Das ist eine Katastrophe.

00:36:37: Ich sagte mir auf gar keinen Fall!

00:36:39: Und jetzt hab' ich hier, weiß nicht, fünfzehn Kilometer von hier jemandem der für mich halt meine Rezept, meine Zwiebeln einfach aber die Produktion übernimmt Und wir haben jetzt nächste Woche wahrscheinlich die erste richtige

00:36:50: Produktion.

00:36:51: Und dann will ich mal gucken, ob ich es halt bei mir über ein Online-Shop weg kriege

00:36:54: und

00:36:54: ich möchte halt wenn's geht eigentlich nicht in den LEH,

00:36:57: wenns geht.

00:36:58: Mega!

00:36:59: Wenn es soweit ist, let me know vielleicht.

00:37:01: Ja

00:37:01: klar, das wird überall natürlich sein.

00:37:02: Überall, ja.

00:37:05: Dann habt ihr auch noch einen weiteren Neustandbein und zwar... Du hast es schon erwähnt, den Wein?

00:37:12: Mein Lieblingsprojekt.

00:37:13: So cool!

00:37:15: Auf dem Ernstberg.

00:37:16: Genau, auf dem Ernestberg!

00:37:18: Das war auch damals so eine Witzidee.

00:37:20: da saß ich hier mit Papa und wir hatten halt auch irgendwie schon das ein oder andere Glas getrunken Und er hatte mal so eine Liebe für die Ecke dahinten gehabt.

00:37:28: Es ist so ein ganz leichter Südhang Du guckst unten fließt ne Auer in den Flusslang Du gucks relativ weit und das meiste was man sieht sind halt unsere Flächen Und auch viel Eigenschaften.

00:37:38: Wie König der Leben?

00:37:39: Ja, wirklich süß!

00:37:41: Ist echt so...

00:37:42: Und wir haben ein bisschen so eine emotionale Verbindung dazu gehabt weil sein Vater, der auch ja sehr früh verstorben ist da tatsächlich gestorben isst.

00:37:49: und also er hat den Hinschlag damals und dann gab es ja auch noch keine Hennies und nichts zu machen gegen das leider ziemlich plötzlich und er hat auf der Fläche seinen Krebsjagdkwisse bekommen.

00:37:59: Auf dem Telefon.

00:38:00: Das ist aber ein schlechter Berg.

00:38:01: Ist

00:38:01: krass ne?

00:38:03: Aber es hat irgendwie eine sehr emotionale Verbindung.

00:38:06: Er hat immer gesagt, er hätte total gerne da irgendwie ein Weinberg.

00:38:11: Weil man ab seit zwanzig-einundzwanzig nämlich Wein anbauen darf mit der Sachsen und es gibt ja auch schon richtig

00:38:16: viele coole

00:38:17: Winzeranwinser.

00:38:18: Ja?

00:38:19: Ich bin

00:38:19: überhaupt nicht dran

00:38:20: interessiert.

00:38:20: Es sind doch dreißig Weinbauprojekte gibt es.

00:38:23: Vieles ist dann halt so eine Mini kleinparzelle hobbymäßig im Garten.

00:38:26: aber es gibt auch ne Handvoll die wirklich schon so ein paar Hektar in wirtschaftlich quasi betreiben.

00:38:34: Und wie hast du das angefangen?

00:38:35: Also, du hattest den Berg und da wuchs vorher wahrscheinlich was, was ihr sagst zu anbauen.

00:38:38: Nee, da wuchst gar nichts!

00:38:39: Das war Grünbrache im Endeffekt... ...und ich habe eine Genehmigung mehr geholt.

00:38:46: Man muss es genehmigen lassen.

00:38:47: Ich hätte gar nicht gedacht, dass überhaupt die Zusage kommen.

00:38:49: Dann kann man für einmal die Zusagen...

00:38:50: Wie viele Hektar darf man dann

00:38:51: anbauten?!

00:38:52: Soviel, wie du genehmigst.

00:38:53: Also, ich hatte damals anderthalb Hektare angefragt und ich hab irgendwie einen Hektart genehmigt bekommen.. ..und jetzt habe ich zum Beispiel nochmal zwei Hektars angefragt und habe auch zwei hektare genehmigten bekommen

00:39:03: Mega.

00:39:03: Ich dachte, irgendwie gibt's so eine Grenze?

00:39:05: Das

00:39:05: wird immer ein bisschen nachberechnet wie viel Fläche denn frei ist.

00:39:08: Achso!

00:39:09: Weil es wird ja nun auch in Deutschland immer mehr Fläche in den typischen Weinbauregionen frei, die halt aufhören und dann wird das halt neu verteilt.

00:39:16: Ja, so... Und was passiert dann, dann entscheidet man sich für die Weinrebe.

00:39:21: Genau, dann hatte ich ja nun meine Zeit in der Falz und eben durch die Zeit früher im Studio mit wo ich viel mit Wein gearbeitet habe, hatte ich so meine Kontakte und dann hab' ich die Weinreben bestellt.

00:39:31: Heute kommt er tatsächlich.

00:39:32: Oh cool!

00:39:33: Ja, Udo mein Weinvater sozusagen der das Projekt so ein bisschen mitbegleitet hat, der kommt und bringt den Weinreben...

00:39:41: Sturm vorne was es ist?

00:39:42: Nee,

00:39:42: der bringt den Menschen mit, der das macht, den Veredeler nennt man das glaube ich Die bauen die ja zusammen Das ist immer ein Unterholz in denen der Stock kommt drauf.

00:39:50: Die kommen heute zu Besuch und schauen sich nämlich die neue Fläche an Und wir wollen ein bisschen philosophieren und wahrscheinlich auch viel Wein trinken

00:39:55: Mega.

00:39:57: Und dann haben wir die Reben bestellt und die ganzen Materialien bestellt.

00:40:01: Wo ist der denn?

00:40:02: Zaun, ein Stickle, ein Stecke und alles... Und nun haben wir das einfach gemacht!

00:40:06: Wir hatten einen Weinberg.

00:40:07: Wie lange muss man da durchhalten und warten bis man das alle mal erst einmal was ernten kann?

00:40:11: und was braucht es sonst noch für investi-?

00:40:13: also was muss ich dir sonst noch so anschaffen?

00:40:15: Das ganze Material natürlich, ne?

00:40:17: Also die Stickle und Stebe, Zaun

00:40:19: etc.,

00:40:20: dann die reben an sich im Trecker Hier, der Ecker haste kleine Trecker.

00:40:25: Da mussten wir so eine kleine Spritze einen kleinen Murcher, eine kleine Kreislecke haben wir gekauft und dann ist es bei uns im zweiten Jahr.

00:40:36: also wir haben vierundzwanzig die Reben gesetzt und in fünfundzwundzig hatten wir die erste Lese schon.

00:40:42: Und wie viel Handarbeit ist das?

00:40:43: Die Ernte... Also alles!

00:40:45: Wie stemmst du das?

00:40:46: Hützt ihr dir noch mal Freunde, die dann ne Flasche kriegen?

00:40:50: Tatsächlich habe ich ganz viel selber gemacht, weil man ... Ich finde es immer schön, wenn man so was Neues hat.

00:40:56: Bis sich das jemandem zeigen kann, muss ich erst mal selber können.

00:40:58: Deswegen hab ich immer viel am Anfang selbst gemacht und bis ich das dann auch für mich so sicher hatte, dass ich das vertrauen hatte, es jemandem abzugeben, hat das ein bisschen gedauert und sich gestehen.

00:41:07: Und wir haben ja viele Mitarbeiter, die auch Bock haben, am Wochenende noch irgendwas zu machen.

00:41:13: Auch aus dem Freundeskreis, gerade in der Rheinlese, die hatten einen Bock.

00:41:17: Meine Mama hatte Lust, noch mitzuhelfen.

00:41:19: Das war total schön.

00:41:22: Das war einfacher, für den Weinberg-Hilfe zu finden als sonst so zum Zwiebeln sortiert.

00:41:26: Irgendwie

00:41:26: ist das interessant.

00:41:27: Es hat

00:41:28: was Schöneres.

00:41:28: Ja, voll!

00:41:30: Und dann haben wir... ...Vierundzwanzig, ja?

00:41:33: Er hatte letzte Feldenfahrt, die ich mit Papa gemacht habe.

00:41:35: So ein paar Tage vor seinem Tod hat er noch die kleinen Reben gesehen.

00:41:38: Nein ey, auf wie schön.

00:41:39: Ach, es hat er doch mitgekriegt.

00:41:41: Wie cool ist das

00:41:41: denn?!

00:41:42: Das war eben eine total schöne letzte Tour.

00:41:44: Da stand der auf einmal.

00:41:46: Also man sagt immer, sie ist letzte Aufbäume dann, bevor es so weit ist.

00:41:50: Und er steht auf einmal angezogen morgens um sieben vormilchig was mit dir los?

00:41:55: Wir machen eine Feldgrundfahrt!

00:41:57: Ach, wir machen jetzt eine Feldgrundfahrt und das war so ne Zeit... Das war dann ja Frühjahr irgendwie Anfang Mai sowas oder Mitte Mai und das auch so meine Lieblingszeit weil du hast die ersten Pflanzenschutzmaßnahmen durch ich sieht alles grad schön aus und du denkst doch, das wird ein tolles

00:42:15: Jahr

00:42:16: Und hab ihm alles gezeigt.

00:42:18: und er hat sich total gefreut.

00:42:19: Er hat zu mir gesagt, das sieht ja alles richtig gut aus!

00:42:27: Dann haben wir uns auch den Weinbeck angeguckt.

00:42:30: Das war wirklich

00:42:31: schön, dass ihr das noch hattet.

00:42:33: Wie habt ihr das verarbeitet?

00:42:37: Wo wird es zu weinen

00:42:38: in Rheinhessen?

00:42:40: Ich habe von Udo der Sohn Daniel.

00:42:46: Der verarbeitet

00:42:46: das.

00:42:47: Das muss man dann irgendwie... Ich bringe das, wenn wir das einmal in einem Rutsch händringen?

00:42:50: Ja

00:42:50: also letztes Jahr hatten wir ja nicht viel, da habe ich das auf dem Anhänger gekriegt.

00:42:54: Dieses Jahr werde ich wahrscheinlich schon eine Lkw brauchen.

00:42:56: aber dann letztesjahr war es so was sehr heiß, bin ich nachts halt einmal runtergefahren.

00:43:00: Es wurde dann morgens früh gleich gepresst und halt dann weiterverarbeitet Und dann dauert es auch ein bisschen seine Zeit bis die alkoholische Gerühm dann durch ist.

00:43:08: Dann bin ich halt öfter mal runter gefahren und wir haben geguckt.

00:43:11: Ich wollte natürlich schon gerne alles auch so mitbestimmen.

00:43:14: Nicht einfach hier und mach mal, sondern ich bin da speziell in meinem Geschmack.

00:43:19: Dass es dann auch so ist, dass ich ihn auch mag natürlich.

00:43:22: Und dann haben wir irgendwann die fertigen Flaschen abgeholt!

00:43:25: Was habt ihr für unterschiedliche Weine?

00:43:29: Wir haben Pivisorten, das sind Pilzwiederschönsfähige Züchtungen.

00:43:33: Nicht so ein schöner Name aber

00:43:34: schnallig als Landwirt bei Kulagel.

00:43:37: Ja, das ist super.

00:43:39: Das sind im Endeffekt Nachzüchtungen von so bekannten Sorten.

00:43:42: Die heißen halt ein bisschen anders und wir haben drei... Wir haben zwei Weiße und einen Roten die heißen dann Sauvignon Gris.

00:43:50: Das ist dann wie ein Graubo-Grunde am Endeffekte.

00:43:52: Und Sauvitage ist so ein bisschen wie ein Sauvignot Blanc und der Rote Divico heißt ja ... Der kennt man so nicht.

00:43:59: Dann

00:44:00: haben wir tatsächlich auch probiert damals und fanden es lecker und gesagt gut, machen wir den Roten noch dazu.

00:44:06: Und bei der ersten Leser haben wir alles zusammen, schon auch gleich alles zusammen gepresst.

00:44:10: Weil es halt gar nicht genug war um das Einzelne auszubauen.

00:44:12: und dieses Jahr möchte ich aber ganz gerne dann jeweils also zwei Weißweine und ein Rosé draus machen.

00:44:19: Und wie hast du dich am Deft an der Flasche?

00:44:21: Hätte ich mich, glaube ich, toddesignt.

00:44:22: Das wäre ja mein Ding gewesen!

00:44:24: Ich

00:44:25: kauf Wein weil...ich liebe auch Wein, aber auch sehr gerne Bier.

00:44:28: Aber wenn ich Wein kaufe oder bin ich eine die voll auf die Flaschen designt?

00:44:32: Ja voll!

00:44:33: Das ist ja aber auch so.

00:44:37: Ich hatte auf meinem Alp nicht ein Datei, die so endlos ist.

00:44:40: Sondern eine Notizdatei und das alles... Also ich hab mir auch tot dran gesehen.

00:44:45: Macht mir auch voll viel Spaß sowas!

00:44:47: Und da am Ende konnte ich mich dann so ein bisschen drauf einigen.

00:44:51: Aber für dieses Jahr jetzt schon wieder.

00:44:53: Also ich habe eigentlich für den nächsten Jahre für sämtliche Ideen schon alles fertig.

00:45:00: Und schmeckt an der Wein schon ab dem ersten Mal?

00:45:03: Oder warst du so, ich weiß genau in welche Richtung ich noch mehr will und was ich dafür tun muss.

00:45:08: Wahrscheinlich schmeckt das wenn man die Arbeit dahinter kennt.

00:45:10: Nee

00:45:10: gar nicht!

00:45:11: Ich hatte... Also ich fand es voll spannend weil ich habe die Traum halt ja oder die Beeren probiert im Weinberg aber ich konnte mir halt nicht vorstellen was dann daraus wird.

00:45:20: Und jetzt rückwirkend, weil ich jetzt einmal ja schon den Wein fertig hatte.

00:45:23: Wenn ich jetzt meine Weintrauben, meine Beeren, probiere Dann kann ich mir den Geschmack schon vorstellen, was man daraus machen kann als Wein.

00:45:31: Weil man jetzt schon mal so ein bisschen zurückschmecken kann quasi und das war da gar nicht so.

00:45:35: Und wir hatten dann ja nun in diesen verschiedenen Phasen Formfiltern nachem Filtern abfüllen

00:45:40: etc.,

00:45:41: da verändert sich der Wein halt auch noch mal extrem.

00:45:44: Zwischendurch habe ich gedacht zu oh nee irgendwie wird gar nicht in meine Richtung.

00:45:48: und eine Woche später war es total super!

00:45:51: Als wäre das erste

00:45:52: Mal,

00:45:53: er hat ja auch meine beste Freundin dabei, das war total cool.

00:45:55: Da hat man das erste Mal den fertigen Wein schon gefiltert, alles so wie es noch abgefüllt wird.

00:46:00: Und da haben wir beide so boah ja geil!

00:46:03: Also da waren wir total begeistert und dann war ich auch sehr glücklich dass sich nicht... Ja ist ja voll scheiße wenn

00:46:10: er dir nicht schmeckt.

00:46:10: Ja voll.

00:46:11: Aber was halt ein Naturprodukt?

00:46:12: So weißt du also immer noch irgendwas

00:46:15: passieren.

00:46:15: Ja ja

00:46:16: genau.

00:46:18: Okay dann lass uns jetzt mal die Zukunft blicken.

00:46:23: Wie viele Jahre machst du es jetzt schon?

00:46:25: Naja, zwei ohne Papa.

00:46:27: Eines so quasi mit Krankheit.

00:46:28: also ich sag mal so drei Jahre ja.

00:46:30: Ja.

00:46:32: Wohin willst du und was ziehst du?

00:46:36: bis hierhin?

00:46:36: so viel Fazit?

00:46:38: Also ich hab aus vielen Sachen gelernt sehr harte Lektionen auch gelernt.

00:46:42: aber gut man lernt halt und man wächst dran.

00:46:47: Ich glaube mein größtes Ziel sowas oben drüber steht ist die so ein bisschen die Unabhängigkeit von den Marktschwankungen in eine gewisse Planbarkeit reinzukommen Weil das ist was mich am meisten belastet, dass ich nichts planen kann.

00:47:02: Und wie willst du so einen großen Betrieb steuern?

00:47:04: Wenn du es nicht planen kannst?

00:47:06: und diese Stabilität fehlt total.

00:47:10: Die fehlt auch auf den Märkten in der Politik.

00:47:13: Das nochmal ein eigenes Thema.

00:47:14: Und da hinzukommen, dass man zumindest einen Teil eigenen vermarktet bekommt... Da muss man sicherlich mehrere Sachen ausprobieren und gucken wo man seine Nische findet Aber das ist definitiv mein Hauptziel.

00:47:28: Habt ihr hier schon so was wie ein Regimat-Ort, wo Verbraucher hingegen aus dem Ort?

00:47:34: Ja, also wir haben zwei wirklich schönen Hofladen hier direkt gegenüber und wir haben auch eine Regionaten am Anfang des Ortes hier bei Kurses, wo du dabei gefahren bist wahrscheinlich.

00:47:43: Und... Das ist auch viel interessanter für die weil sie haben halt... Die haben Hühner,

00:47:47: d.h.,

00:47:48: die können dann ihre Nudeln, die können Milch ne, da ist so viel Betriebe oder so.

00:47:55: Das ist bei mir halt nicht so interessant, weil ich hab halt Kartoffeln und Zwiebeln

00:47:58: bis jetzt.

00:47:59: Über den Wein ist das natürlich noch mal eine ganz neue Schiene.

00:48:02: Das merke ich in dem Online-Shop.

00:48:04: Und das merk ich auch in meinen Zukunftsvorstellungen.

00:48:06: Der Wein ist natürlich ein Zugpferd.

00:48:08: So ... Dann gehen die anderen Produkte besser mit, weil man dann auf einmal einen Alleinstellungsmerkmal hat.

00:48:14: Das ist schon mein Ding.

00:48:17: Ich werde nie meine ganze Fläche mit Wein zugleißen.

00:48:21: Gottes Willen!

00:48:21: Aber wenn man irgendwann In so eine Richtung kommt, dass man sagt, man hat irgendwie vielleicht doch in ein paar Jahren zehn Hektar Wein.

00:48:27: Dann ist das schon mal ne Bank und dann kann man natürlich auch ganz anders in einen Direktvermarktungsgeschäft einstarten.

00:48:33: Und dann sind die Kartoffeln und Zwiebeln halt auf einmal viel interessanter weil sie so mitgehen.

00:48:41: Wenn jetzt hier junge Landwirte zuhören, die auch Zuhause übernehmen hast du einen Rat.

00:48:46: Du hast ja gesagt, man soll sich Rat holen.

00:48:49: Also, ich glaube das Wichtigste ist wirklich erstmal zu wissen was hat man.

00:48:54: Was funktioniert und was funktioniert eigentlich nicht?

00:48:56: Was ist Traumtänzerei?

00:48:58: Beispiel bei uns war es mit dem Medrisch.

00:49:00: also medrisch war immer schon eng kalkuliertes Geschäft und war immer so ein eher so dass Papa halt gesagt er macht's halt so gerne.

00:49:08: Das oft so.

00:49:09: Und es ist

00:49:09: auch irgendwie Identität.

00:49:11: Ja so eine medresche Hau.

00:49:13: Werkzeugkasten

00:49:13: dazu.

00:49:14: Ich schreibe mich als Landwirt und ich habe auch in medreschern.

00:49:17: Aber wenn du halt irgendwann das dann mal knallhart durchrechnest und bei mir war jetzt ja nun der Fall, dass dann halt auch noch ein Kunde abgesprungen ist, dann war das Thema sowieso durch.

00:49:24: Und es rechnet sich einfach nicht!

00:49:25: Und du verlierst Geld?

00:49:28: So da einfach erstmal glaube ich Fakten zu schaffen was eigentlich die Ist-Situation auf dem Betrieb und zwar wirklich... ...und das ist auch sicherlich gut, wenn man da sich externe Hilfe holt, dass man dann mal alles durchleuchtet.

00:49:39: Und daran halt ihr Entscheidung dann zu treffen okay was funktioniert eigentlich und was funktioniert nicht?

00:49:44: Was kann ich

00:49:44: rausstreichen?!

00:49:45: Was muss ich ein bisschen in der Mischkalkulation halt mitnehmen?

00:49:48: Und Getreide kannst du ja nicht einfach ausstreichen, weil du brauchst eine Fruchtfolge zum Beispiel.

00:49:51: Aber so Sachen wie manche Spaten, wie

00:49:55: z.B.,

00:49:56: lohnt es sich überhaupt bei uns Kartoffeln und Zwiebeln einzulagern oder fahre ich viel besser damit wenn ich sie in der Ernte verkaufe und mein Lager vermiete?

00:50:03: Ah ja!

00:50:03: So

00:50:03: ne... Da stehe ich zum Beispiel.

00:50:05: Ja da steh' ich momentan total bei vielen Dingen vor den Überlegungen, weil das eben so Sachen sind.

00:50:11: Wir sind halt am Ende in Wirtschaftsunternehmen und wir wollen müssen unser Geld verdienen, weil ansonsten kann ich mir das alles nicht leisten.

00:50:16: Und dann hat jemand mal zu mir gesagt, wenn man viel Substanz hat, dann merkt man nicht, wenn jedes Mal ein kleines bisschen wegbröckelt.

00:50:23: aber irgendwann kommst du an so einen Punkt wo du denkst oh was denn jetzt passiert?

00:50:27: Ja hast du über Jahre weg immer ein kleises bisschen weniger im Endeffekt gehabt?

00:50:31: Und das ist glaube ich ganz wichtig für man jetzt neu rein startet.

00:50:33: es ist immer so eine Chance da mal alles ein bisschen auf links zu drehen.

00:50:39: Und wenn du so auf die Mitarbeiter schaust und aufs Teambuilding, und auf deine Position als Chefin hast du auch da noch einen Tipp?

00:50:47: Wie man sich da findet.

00:50:49: Also ich glaube es ist wichtig dass man bei sich selbst bleibt.

00:50:52: Ich war schon immer sehr für.

00:50:55: wir essen mittags zusammen Wir machen mal was zusammen.

00:50:58: Ich habe mir sehr viel Gedanken gemacht über Weihnachtsfeiern Über Goodies, T-Shirts und Kalbs und diese Kleinigkeiten Die mein Papa zum Beispiel immer ein bisschen eher belächelt hat So, das ist unnötig.

00:51:09: Das wollen die eh alle nicht.

00:51:12: Ich hab aber für mich gemerkt ... Nur weil sie das halt nicht kennen.

00:51:15: vorher heißt es nicht, dass das nicht gut ist und ich glaube da ist es wichtig seine eigene Linie irgendwie zu finden auch in der Mitarbeiteransprache.

00:51:23: wie redet man miteinander?

00:51:25: Ich bin ganz anders als Papa auf vielerlei Ebene Und das habe ich schon gemerkt, dass erst mal ungewohnt war Für die damit klarzukommen und immer dieser Vergleich natürlich auch erst mal stattfindet Sie vielleicht dann aber auch sehen okay ne so geht's halt auch.

00:51:38: Vielleicht ist es sogar manchmal besser, manchmal auch schlechter.

00:51:41: Und vielleicht schafft man's dann sogar auch den einen oder anderen noch mal in eine ganz andere Eigenverantwortung rein zu kitzeln so?

00:51:48: Die vorher immer undenkbar gewesen ist... ...und schafft sich damit auch ein bisschen freiram!

00:51:52: Also ich glaube das.. Das is' auch sowas dass man bei sich selbst bleibt und nicht alles so übernimmt nur weils schon immer so war.

00:51:59: Ja Um jetzt zum Ende zu kommen bist du stolz auf dich Blabst du?

00:52:06: Ernst, wäre stolz.

00:52:08: Ach keine Ahnung das ist so eine Frage die ich immer versuche zu streichen aus meinem Kopf weil das macht mich dann so traurig und so nachdenklich.

00:52:17: natürlich hoffe ich dass er stolz wäre wenn er von oben runter guckt.

00:52:20: na klar ich glaube er wäre alleine schon stolz weil es sind jetzt zwei Jahre die er tot ist und es funktioniert noch es läuft noch es ist nicht alles verkauft es ist nichts aufgegeben.

00:52:29: so es geht irgendwie weiter und damit trägt man ja auch seinen andenken irgendwie immer weiter.

00:52:35: Es sind aber auch sicherlich viele Sachen passiert,

00:52:38: die

00:52:38: schade sind und durch den Tod kaputtgegangen sind.

00:52:42: Wo man sagt, das hat ohne ihn leider nicht mehr so funktioniert... Schwierig!

00:52:49: Na klar, glaube ich, hoffe ich, dass er stolz auf mich ist.

00:52:52: Aber ob ich selber stolz bin?

00:52:53: Ich bin da immer so ein ... Ja, manchmal schon.

00:52:57: Ich hab so Tage, da denk' ich ja es doch alles super, kriegst du doch alles hin und setz dich durch und machst das doch alles und irgendwie findest du immer eine Lösung.

00:53:04: Es gibt auch Tage, da denke ich

00:53:05: ... Puh.

00:53:06: Äh!

00:53:07: Am liebsten?

00:53:08: Das sind immer die Tage...

00:53:09: Ich

00:53:09: hab guten Bekannten.

00:53:11: Da kannst du für zwei Euro alles von mir gekauft geschenkt haben.

00:53:17: oder gib mir einen Fünfer und kriegst den Betrieb so weg damit und läckt mich am Arsch drin.

00:53:23: Da bin ich dann gar nicht stolz auf mich.

00:53:24: Und ich mach ja nun viele Fehler.

00:53:27: Jeder macht Fehler.

00:53:28: Dann zermatert man sich dran.

00:53:30: Also es ist tagsvonobhängig.

00:53:32: Ja.

00:53:33: Ich hab da also für mich, wenn ich so an das Gefühl stolz... Also na?

00:53:37: Das ist ja auch ein Gefühl was man irgendwie hat.

00:53:39: Ob man gerade stolz ist und vielleicht hatten wir das dann minimal ganz manchmal bei manchen Entscheidungen Und das fang ich mir manchmal so ein und dann hatte ich ja auch gesehen und einen kleinen Anfang der Wein-Saison und hatte dich ja auch schon gelobt Ja und vielleicht muss mal diese kleinen lobe so anfangen.

00:53:58: Das ist so!

00:53:58: Ich finde es manchmal spannend.

00:54:01: Ich kennst du, dass man manchmal gar nicht traut so eine Gefühle zuzulassen?

00:54:05: Ja.

00:54:06: Weil

00:54:06: ich bin immer ein bisschen auch groß geworden, dass wir immer machen, machen, achan und bloß nicht ausruhen auf irgendwas.

00:54:13: Und einfach auch mal dazuzustehen das man sagt hey was läuft gut oder ich kann mir erlauben meinen Tag nicht da zu sein weil es mittlerweile so gut läuft draußen die Diskussion ohne mich... Du bist wahrscheinlich auch so strukturiert

00:54:24: hast, dass das jetzt möglich ist.

00:54:25: Klar!

00:54:25: Also das war ein Riesenpunkt, das war vorher nicht so Ja.

00:54:28: Und das war auch erstmal ein Learning, dass man

00:54:31: natürlich ...

00:54:31: Ich kann nicht überall neben ihm immer neben stehen und das habe ich das erste Jahr gemacht, durchgedreht.

00:54:36: Vielleicht von meinem Pensum gar nicht, da bin ich ja dann doch irgendwie nur einen sechzig groß, mein Körper sagt irgendwann so, Heroine!

00:54:42: Aber dass man dann auch mal sagt zu, hey, das ist gut so wie es ist, dass Man eben nicht immer alles selber macht und sowas... Das finde ich, das lerne ich immer noch dieses Gefühl zuzulassen.

00:54:51: Ja.

00:54:52: Ja, und dass ein Gefühl auch nicht für immer bleibt, das wäre ja dann also eine Stolz.. nicht ein Moment und der bleibt dann, sondern das fällt wieder ab.

00:55:00: Und dann fängt man wieder von vorne an und muss wieder irgendwas Neues bewältigen.

00:55:04: Also ich glaube ... Das ist es!

00:55:06: Und manchmal, wenn sich etwas gut anfühlt und leicht anfühlen, vielleicht denkt man immer, dass das ein Geschenk wurde oder so.

00:55:12: Ja, ist

00:55:13: komisch, ne?

00:55:13: Dass

00:55:13: es so unerkämpft ist, weil es so leicht zu haben war in dem Moment.

00:55:17: Als

00:55:17: müsste's immer schwer sein.

00:55:18: Genau.

00:55:19: Um den Erfolg krasser zu messen an sich selber.

00:55:22: Aber ich glaub, es muss nicht alles schwer sein um vielleicht in dem momenten stolz zu sein.

00:55:26: Ich möchte mich bei dir bedanken und tausend Dank für die Zeit hier im Büro.

00:55:31: Es hat Spaß gemacht!

00:55:32: Ja, und ich hätte es dir total schön eingerichtet.

00:55:35: Dein Büro ist direkt am Hofeingang wenn man so will... Und schön hell... Ich glaube ihr wisst, du wirst in Zukunft gute Entscheidungen treffen.

00:55:41: Ich glaube dran.

00:55:43: Ich versuch's.

Über diesen Podcast

Hey, du! Schön, dass du mit mir in die Agrarwelt eintauchst. In meinem Podcast beschäftige ich mich mit der modernen Landwirtschaft von heute. Meine Gäste sind oftmals junge Menschen aus der Branche, die ihren Teil dazu beitragen, dass wir jeden Tag eine riesige Auswahl an qualitativen Lebensmitteln haben. Ich selbst bin studierte Landwirtin und habe einen besonderen Blick auf die Themen wie Nachhaltigkeit, Ernährungssicherung, Tierwohl, Foodtrends, Verbraucherwünschen, Nischen, neuen Wegen, politischen Zielen und Traditionen.
Viel Spaß beim Reinhören. Kritik und Rückfragen sind immer willkommen.

von und mit Maja Mogwitz

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